»Ein Künstler muß in derselben Verfassung an sein Werk gehen, in der der Verbrecher seine Tat begeht«
Thomas Mann
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# Apple Aperture 3
Mittwoch, 18.01.2012 in Programme
Lange war ich auf der Suche nach dem perfekten Workflow - den ich wahrscheinlich bis heute nicht gefunden habe. Es stellten sich die Fragen: Wie kann ich meine Fotos am besten Verwalten, Sortieren, Freigeben und Veröffentlichen und dabei immer den Überblick behalten.

Lange Zeit war ich Fan von Adobe und habe eine Studentenversion von Photoshop CS3 unter Windows genutzt. Diese brachte außerdem Adobe Bridge mit, welches ich nie wirklich als eigenes Produkt verstanden und genutzt habe. Ab und zu habe ich Lightroom sicherlich vermisst (nach einer 30-Tage Testversion). Aber ich war einfach nicht bereit 300€ für so eine Software auszugeben. So habe ich meine Fotos immer selbstständig auf der Festplatte verwaltet und sortiert. Das erfordert natürlich immer zusätzlichen Aufwand und ein richtiger Workflow entsteht so ganz bestimmt nicht.

Mit dem Umstieg auf den Mac hatte ich dann irgendwann wieder nach Lightroom geschaut - weiterhin war der Preis konstant und auch nach einer 3-tägigen Nutzung der Testversion flog diese wieder von der Festplatte. Irgendwie wollte ich nicht verstehen warum so viele auf das Produkt setzen und es in den höchsten Tönen loben. Ich will mal sagen ich habe mich einfach nicht genug damit auseinander gesetzt - heute würde ich das alles anders angehen. Aber: Das brauche ich nicht mehr.

Eines schönen Tages hat schließlich der Mac AppStore geöffnet und als Überraschung gab es Aperture 3 für nur 63€. Da habe ich natürlich nicht lange nachgedacht - so schlecht wird die Software schon nicht sein und zu dem Preis eine fähige Lightroom Alternative die schon oft gelobt wurde? Immer her damit!

Aller Anfang ist schwer - so war ich in den ersten Minuten relativ enttäuscht. Mir kam es so vor als wenn ich die Software in 5min auswendig kannte. Sollte das alles sein? Oder ist es wirklich so einfach!? Um das Ganze Programm besser kennen zu lernen und die Fähigkeiten nutzen zu können bestellte ich mir eine Video2Brain DVD zu Aperture 3. Diese hat mich sehr viel weiter gebracht und hat mir alle nötigen Funktionen und Features klar erläutert. Ich denke für mich war es der beste Weg um den Einstieg in das Produkt zu finden, denn die Auswahl an kostenlosen Lernvideos und Tutorials im Internet war (und ist?) schwindend gering.

Nun, genug des Intros. Ich möchte nun meinen Workflow erläutern und beschreiben wie ich Aperture nutze und warum eine Bearbeitung in einem externen Bildbearbeitungsprogramm wie Photoshop (zur Zeit nutze ich Pixelmator) für mich Teilweise gar nicht mehr nötig ist.

Wenn man die SD-Karte nun direkt in den Mac steckt und Aperture bereits geöffnet ist, wird einem direkt der Import-Vorgang aufbereitet. So muss man nur noch ein Zielprojekt wählen und schon kann der Import starten. Welches Projekt ich als Ziel verwende und ob ich ein neues Projekt anlege, hängt immer von den Inhalten auf der SD-Karte ab. Für den Fall das dieser total gemischt ist, habe ich mir ein Projekt namens Unsortiert angelegt. Dort werden erst einmal alle Daten importiert und später in die einzelnen Unterprojekte verteilt. So bekomme ich meine Karten schnell wieder leer und habe genau eine Anlaufstelle an der ich später fortsetzte.

Nachdem die Fotos importiert worden sind, gehe ich alle Fotos im Viewer einzeln durch und Bewerte diese mit Sternen (Tasten 1 bis 5). Das geht sehr schnell und gibt einen ersten Einstieg zur späteren Bearbeitung. Und da sind wir auch schon beim ersten Kritikpunkt bei Aperture: Der Import dauert teilweise sehr lange und immer länger als beispielsweise bei Lightroom. Die Bilder werden nicht nur kopiert, sondern noch verarbeitet (was immer da genau passiert - ich denke es werden Thumbnails und Metadaten aufbereitet).

Um in einem großen Projekt die Übersicht zu behalten, lassen sich sogenannte Smart-Alben erstellen. Dies sind keine richtigen Alben die Daten enthalten, sondern viel mehr eine eingeschränkte Sicht auf einen definierten Bereich der Mediathek. So kann man zum Beispiel alle Fotos finden, die mit einer Blende von mindestens 1.8 bis 2.8 gemacht wurden. Oder alle Fotos welche mit einer Brennweite von mindestens 85mm gemacht wurden. Dort sind fast keine Grenzen gesetzt: Man kann über sämtliche EXIF-Informationen Filtern oder über andere Metadaten wie Bewertung (Sterne), Farblabels oder Flaggen.

So lege ich mir für fast jedes Projekt ein Smart-Album an welches mir alle Fotos liefert die mit mindestens einem Stern bewertet wurden. Das Ergebnis kann man dann nach bestimmten Kriterien sortieren - beispielsweise nach Datum, Bewertung, Dateiname, Bildgröße, ... .

Weiterhin ist es möglich die Fotos die zusammen gehören zu Stapeln (stacken). Diese Stapel können in den Projekten zusammengelegt werden und man sieht nur noch das oberste (beste) Foto der Serie - welches dies ist kann man natürlich individuell festlegen.

Hier geht es später weiter...
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